Alle Diplomatenkennzeichen und Botschaftskennzeichen

Diplomatenkennzeichen für Kraftfahrzeuge unterscheiden sich im systematischen Aufbau von regulären Kennzeichen und weisen den Fahrzeughalter als diplomatische Vertretung oder überstaatliche Organisation aus.

Aussehen und Zusammensetzung

Fahrzeugkennzeichen des Diplomatischen Korps beginnen mit der Ziffer Null für diplomatisches Personal (zum Beispiel den Botschafter) oder der Stadtkennung des Zulassungsbezirks (üblicherweise B für Berlin oder BN für Bonn) bei sonstigem Botschaftspersonal (zum Beispiel technischen Angestellten). Für das Konsularische Korps wird das Kennzeichen des Zulassungsbezirks mit einer aus drei bis fünf Ziffern bestehenden Nummer ausgegeben, die immer mit einer Neun beginnt.

Rechts der Plaketten besitzen diese Kennzeichen einen Ländercode und nachfolgend eine ein- bis dreistellige Zahl, die üblicherweise im Zusammenhang mit dem Rang des Inhabers steht. Kleinere Zahlen bezeichnen in der Regel einen höheren Rang. Diplomatische Kennzeichen werden nicht nur an Personal von Botschaften ausgegeben, sondern auch an Mitarbeiter zahlreicher internationaler und zwischenstaatlicher Organisationen, sofern entsprechende Vorrechte für sie eingeräumt werden.

Als personengebundene Kennzeichen beschränken sie die Benutzung des Fahrzeuges grundsätzlich auf den Halter des Fahrzeugs. Deutsche Ehemänner bzw. -frauen von ausländischen Botschaftern sind nicht berechtigt, mit dem Wagen zu fahren, da ihnen nicht alle diplomatischen Vorrechte und Befreiungen zustehen. Familienangehörige von Diplomaten erhalten für eigene Privatfahrzeuge zudem nur teilweise Diplomatenkennzeichen zugeteilt. Nachrangige Angehörige einer diplomatischen Mission, einer konsularischen Vertretung oder einer internationalen Organisation erhalten keine Diplomatenkennzeichen, sondern ein gewöhnliches Zivilkennzeichen. Die Ausgabe von Diplomatenkennzeichen an deutsche Staatsangehörige, z. B. den deutschen Leiter einer internationalen Organisation, ist selten, aber nicht völlig ausgeschlossen.
Wird ein Diplomatenkennzeichen gestohlen oder ist aus anderen Gründen verloren, bekommt das Fahrzeug eine Alias-Nummer. Dazu wird das bisherige Kennzeichen durch den Buchstaben A ergänzt, bis die Sperrfrist von einem Jahr abgelaufen ist. Wird auch die Alias-Nummer vermisst, kommt Zusatzbuchstabe B zum Einsatz. Hierbei ist aber zu beachten, dass auch die Diplomatenkennzeichen das H für historische Fahrzeuge erhalten können. Der Buchstabe H wird daher bei den Alias-Kennzeichen ausgespart, um eine eindeutige Zuordnung zu ermöglichen.

Beispiel für ein Diplomatenkennzeichen

Diese beginnt mit einer 0 (Ziffer Null), gefolgt vom Zulassungsstempel des Zulassungsbezirks in dem die Vertretung oder Organisation ihren Sitz hat (in der Regel Berlin). Im Anschluss folgt zuerst die Landeskennzahl, davon getrennt durch einen Bindestrich eine weitere Zahl. Je niedriger diese letzte Zahl ist, desto höher der diplomatische Rang; die 1 hat in aller Regel das Dienstfahrzeug des Botschafters oder des Leiters der Organisation. Dabei reicht der zweite Ziffernblock von 1 bis 199. Ausnahmen davon gibt es für die USA, 1–500, und die Niederlande, 1–299. Wird ein solches Kennzeichen gestohlen (egal ob mit oder ohne Auto, beispielsweise als Souvenir), kann das gleiche Kennzeichen erneut verwendet werden, es folgt dann dem letzten Ziffernblock ein A. Sollte dieses Kennzeichen wiederum gestohlen werden, wird dem aufsteigenden Alphabet nach der nächste Buchstabe verwendet. Nur Personen mit rotem Diplomatenausweis oder Diplomatenausweis mit dem Kennbuchstaben D (ohne Einschränkung gemäß Art. 37 WÜD) bekommen ein solches Kennzeichen.

0 17–1: Dienstfahrzeug des Botschafters der USA.
0 17–37A wäre das nachfolgende Kennzeichen des gestohlenen 0 17–37.
An Personenkraftwagen muss das CD-Zusatzschild Corps Diplomatique international vehicle registration oval.svg angebracht sein.

Alle Ländercodes im Überblick

Landeskennzahl Land
10 Vatikanstadt
11 Ägypten
12 Angola
13 Albanien
14 Äthiopien
15 Afghanistan
16 Algerien
17 Vereinigte Staaten
18 Argentinien
19 Australien
20 Bangladesch
21 Belgien
22 Brunei
23 Bulgarien
24 Myanmar (früher  Birma)
25 Bolivien
26 Brasilien
27 Burundi
28 Chile
29 Volksrepublik China
30 Costa Rica
31 Weißrussland (Belarus)
32 Bosnien und Herzegowina
33 Äquatorialguinea
34 Dänemark
35 Benin (früher Dahomey)
36 Dominikanische Republik
37 Ecuador
38 Elfenbeinküste
39 El Salvador
40 Kosovo
41 Estland
42 Liechtenstein
43 Montenegro
44 Finnland
45 Frankreich
46 Gabun
47 Ghana
48 Griechenland
49 Vereinigtes Königreich
50 Guatemala
51 Guinea
52 Lettland
53 Litauen
54 Haiti
55 Honduras
56 Indien
57 Indonesien
58 Irak
59 Iran
60 Irland
61 Island
62 Laos
63 Kap Verde
64 Israel
65 Italien
66 Jamaika
67 Japan
68 Jemen
69 Jordanien
70 Serbien (früher Jugoslawien)
71 Kuwait
72 Kuba
73 Katar
74 Kamerun
75 Kanada
76 Kenia
77 Kolumbien
78 Republik Kongo
79 Südkorea
80 Libanon
81 Liberia
82 Libyen
83 Lesotho
84 Luxemburg
85 Madagaskar
86 Malawi
87 Malaysia
88 Mali
89 Marokko
90 Mauretanien
91 Mexiko
92 Malta
93 Monaco
94 Nepal
95 Neuseeland
96 Nicaragua
97 Niederlande
98 Niger
99 Nigeria
100 Norwegen
101 Mongolei
102 Mosambik
103 Oman
104 Burkina Faso (früher Obervolta)
105 Österreich
106 Pakistan
107 Panama
108 Paraguay
109 Peru
110 Philippinen
111 Polen
112 Portugal
113 Papua-Neuguinea
114 Namibia
115 Ruanda
116 Rumänien
117 Sambia
118 Saudi-Arabien
119 Schweden
120 Schweiz
121 Senegal
122 Sierra Leone
123 Singapur
124 Simbabwe
125 Somalia
126 Spanien
127 Sri Lanka
128 Sudan
129 Südafrika
130 Syrien
131 Tansania
132 Thailand
133 Togo
134 Tonga
135 Tschechien
136 Tschad
137 Türkei
138 Tunesien
139 Uganda
140 Russland (früher Sowjetunion)
141 Uruguay
142 Ungarn
143 Ukraine
144 Grenada
145 frei
146 Venezuela
147 Vietnam
148 Vereinigte Arabische Emirate
149 frei
150 frei
151 Demokratische Republik Kongo (früher Zaire)
152 Zentralafrikanische Republik
153 Zypern
154 Kroatien
155 Slowenien
156 Aserbaidschan
157 Slowakei
158 Kasachstan
159 Mazedonien
160 Usbekistan (Nr. war bis 1990 für Deutsche Demokratische Republik)
161 Eritrea
162 Georgien
163 Tadschikistan
164 Bahrain
165 Kambodscha
166 Armenien
167 Kirgisistan
168 Moldau
169 Turkmenistan
200 Mauritius
201 Nordkorea
202 Dschibuti
203 Guinea-Bissau
204 Südsudan
205 Botswana
206 Malediven

Alle Kennzeichen-Codes von anerkannten Organisationen

Kennzeichen-Code Organisation
170 Internationale Arbeitsorganisation (ILO)
171 Europäische Zentralbank (EZB)
172 Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA)
173 Vereinte Nationen, Der Hohe Flüchtlingskommissar (UNHCR)
174 Gemeinsame Organisation für Rüstungskooperation (OCCAR)
175 Verbindungsstelle der International Organisation for Migration (IOM)
176 Büro der Liga der Arabischen Staaten
177 Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW), Generalsekretariat
178 Europäisches Operations-Zentrum für Weltraumforschung (ESOC)
179 NATO EF 2000 and Tornado Development, Production & Logistics Management Agency (NETMA)
180 Europäische Südsternwarte (ESO)
181 Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie(EMBL)
182 Europäische Kommission (Vertretung in Deutschland)
183 Europäisches Patentamt (EPA)
184 Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
185 Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, Büro Berlin
186 Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT)
187 Europäisches Astronautenzentrum (EAC)
188 UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen
189 Deutsch-Polnisches Jugendwerk (DPJW)
190 Weltbank (IFC)
191 Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit, Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für Europa
192 Umweltprogramm der Vereinten Nationen, Sekretariat zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (GMS)
193 Sekretariat der Klimarahmen-Konvention (UNFCCC)
194 Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (UNV)
195 Internationaler Seegerichtshof (ISGH)
196 Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNIC)
197 UN-Sekretariat der Wüstenkonvention (UNCCD)
198 UNESCO-Internationales Zentrum für Berufsbildung (UNESCO-Centre)
199 Universität der Vereinten Nationen, Forschungsinstitut für Katastrophenmanagement
300 Plattform der Vereinten Nationen für raumfahrtgestützte Informationen für Katastrophenmanagement und Notfallmaßnahmen (UNOOSA/UN-SPIDER)
301 Sekretariat für die Studie: Die Ökonomie der Ökosysteme und der biologischen Vielfalt (UNEP/TEEB)
302 Internationale Organisation für Erneuerbare Energien, Innovations und Technologiezentrum (IRENA/IITC)
303 Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt (GCDT)